Diskussionspapier zu Laudato si von Papst Franziskus

Diskussionspapier zu Laudato si von Papst Franziskus

20180926 Laudato si‘_Thesen_Literaturabend_Pfarrsprengel Basdorf Wandlitz Zühlsdorf
www.kirche-wandlitz.info/angebote/literaturabend.html

Diskussionspapier von Lutz Hausmann, (auch als PDF)

[Hier gelangen Sie zum Originalpapier, der Enzyklika Laudato si‘ von Papst Franziskus]

ENZYKLIKA

LAUDATO SI‘

VON

PAPST FRANZISKUS

ÜBER DIE SORGE FÜR DAS GEMEINSAME HAUS

Die Enzyklika reagiert auf die Ökologische Krise, den Klimawandel und die Erderwärmung, die vor allem die Armen schon jetzt als ökologische Katastrophe bedrohen.

Sie wurde erlassen am 24. Mai 2015 (Pfingstsonntag) als Impuls zur Klimakonferenz 2015 in Paris.

Die Enzyklika verlangt eine Umkehr der Menschheit zur Rettung des Planeten und des Schöpfungsziels.

Ihr Inhalt ist im Folgenden als Arbeitsthesen zusammengefasst.

Umkehr

Die Enzyklika fordert die Umkehr zu einer Einheit mit Gott und Gottes Willen.

Gemeinschaft

Die Einheit erkennen wir in der Schöpfung, in der Einheit des lebendigen Körpers aller Lebewesen.

Machbarkeit und Relativismus Die Ganzheit/Einheit

Die Einheit mit Gott und der Schöpfung verstehen wir nur ganzheitlich. Die Ansätze des wissenschaftlich-wirtschaftlichen-technologischen Komplexes können nicht zum Wesenskern unserer Lebensbestimmung vordringen, weil ihre Ansätze zu eng fokussiert sind.

Lebensbestimmung = Auftrag Gottes

Wir Menschen sind als erschaffene Personen eine gelebte Einheit in uns, mit unserem Körper und allem, was diesen Körper erhält und nährt. Die Einheit der Schöpfung schließt die geistigen Dimensionen der Schöpfung mit ein.

Die Einheit der Schöpfung zu erkennen, sie zu nähren und weiter auszubauen sieht Papst Franziskus als Auftrag und Bestimmung des Menschen.

Dreifaltigkeit / Dreieinigkeit, vom Tod aufgefahrener Jesus Christus

Der gelebte Wesenskern dieser Einheit des Menschen mit allem Lebendigen ist christlich beschrieben und nachvollziehbar gemacht in den Metaphern „Dreifaltigkeit“/“Dreieinigkeit“ und dem vom Tod aufgefahrenen Jesus Christus.

Sinnbestimmung / Auftrag des Menschen

Theologisch sieht Papst Franziskus den Menschen im Auftrag und in der Pflicht, der Schöpfung, dem lebendigen Ganzen zu dienen.

Die Natur unter die menschliche Herrschaft zu nehmen, ist eine Fehlinterpretation.

Der wirtschaftlich-technologische

Komplex

Das gegenwärtige und seit Jahrhunderten währende Zusammenwirken von Wissenschaft, Wirtschaft und Technologie ist ein Weg in die Vernichtung der lebendigen Schöpfung auf der Erde und führt in die Katastrophe.

Techno-Science:

Segen vs. Relativismus

Es gibt einen Gegensatz zwischen einer „integrierten Techno-Science“, die die Schöpfung auch biologisch befördert und eines wirtschaftlichtechnologischen Komplexes, der sich selbst in den Mittelpunkt stellt und so keinen Zugang zur Einheit, zum Wesenskern des Seins findet.

Relativismus und Finanzwirtschaft

Auch die gegenwärtige Finanzwirtschaft gehört zu diesem Relativismus.

Der Relativismus führt zur Ausgrenzung.

Die Kosten werden unzulässig verallgemeinert.

Die Konzentration auf das technologisch Machbare führt zur Ausgrenzung vielfältigster Art: Von Zielen, Belangen, biologischen Arten, Teilen des Ökosystems und von vor allem armen Menschen.

Die Kosten des Relativismus werden unzulässig verallgemeinert. Die Kosten der Armut und der Zerstörung werden ausgegrenzt.

Aktuell finden wir eine Reduzierung

– der Einheit/Ganzheit der Schöpfung

– und dadurch des Wirkens und der Verherrlichung Gottes

Aktuell finden wir die Vielfalt der Arten und die Komplexität der Ökosysteme stark von Menschenhand reduziert.

Nach Ansicht von Papst Franziskus sind damit auch das Wirken und die Verherrlichung Gottes innerhalb der Schöpfung reduziert.

Die Menschheit, als integrierter Teil der Schöpfung, ist daher ebenfalls gefährdet und geschädigt.

Kommunikation

vs. Nicht-Kommunikation innerhalb des Wesenskerns,

d.h. Ungleichheit biologischer vs. gemachter Veränderungen

Die menschengemachten Reduzierungen der letzten Jahrhunderte sind nicht gleichzusetzen mit den evolutionären Veränderungen der letzten Jahrtausende, weil hier keine ganzheitlichen Veränderungen aus dem Wesenskern der Schöpfung heraus stattgefunden haben.

Menschenwürde / Würde der Schöpfung/ der biologischen Vielfalt;

Der Mensch ist in seiner Würde, wenn er Gottes Auftrag und Ziel verfolgt.

Personhaftigkeit des Menschen

Der Mensch ist in seiner Würde, wenn er in der Lage ist, Gottes Auftrag und Ziel zu verfolgen.

Dann ist der einzelne Mensch eine Person und nicht irgendetwas.

 

Politische Forderungen

Entmachtung und das Zurückfordern von Macht als gedeihlicher Weg aus der Klimakrise.

Die Macht zur Gestaltung der Erde ist in den Händen des wirtschaftlichtechnologischen Komplexes.

Dieser ist nach Papst Franziskus in einer Dynamik gefangen, die ihm nicht erlaubt, seine Selbstfokussierung von innen heraus zu überwinden. Dies müssen die Konsumenten, die Menschen des Planeten selbst tun.

Zentrale Strukturen der

Normdurchsetzung (Abschnitt 175)

Zur Überwindung dieser Selbstfokussierung benötigt die Menschheit zentrale Strukturen der Normdurchsetzung.

Siehe dazu die Soziallehre der Kirche und Schriften von Papst Benedikt XVI. und von Papst Johannes XXIII.:

Forderungen nach dem „Vorhandensein einer echten politischen Weltautorität.“

Und wiederum, Umkehr!

Die von Papst Franziskus geforderte Umkehr geschieht im persönlichen, familiären, sozialen und kulturellen Kreis

– in Form einer „positiven Askese“,

– der Konzentration auf das Notwendige,

– der Solidarität mit den Ausgegrenzten und/oder Armen,

– der Solidarität mit dem Leben (gegen Abtreibung).

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