Archiv 31. Juli 2019

Die Bong Arz-Seiten wahrscheinlich vor dem Aus

Lieber Reinhard,

ich habe mich in den letzten Tagen ein wenig mit Bong Arz beschäftigt, aus gegebenen Anlass. Ich habe meine eigenen Seiten überarbeitet, und einige Bong Arz-Ausschnitte von 2007 auf meiner privaten Seite verlinkt. In dem Zug habe ich kurz überlegt, die Bong Arz-Seiten ganz zu schließen.

Mir fällt schon seit langem auf, dass in der Mehrzahl Crawler und Bots auf bong-arz.de zugreifen. Von im Schnitt 15 Anwenderprogrammen, die in der Webstatistik angezeigt werden, sind mindestens 10 Crawler oder Bots. Die erzeugen auch den weitaus größten Traffic. Die Bong Arz-Seiten haben insgesamt 10-13000 Anfragen im Monat. Durchschnittlich rufen 34 Rechner pro Tag (IP-Adressen) Dateien ab.

Besuche, die nicht von Crawlern sind, sind im Schnitt 800 im Monat:
Jan: 960/ Feb: 900/ März: 1000/ April: 900/ Mai: 780/ Juni: 320/ Juli: 600

Die MB pro Tag schwanken stärker:
Jan: 579/ Feb: 14/ März: 18/ April: 863/ Mai: 47/ Juni: 106/ Juli: 103
Das ist Durchschnitt pro Tag!

Die sehr großen Zahlen im Januar und April gehen auf Komplett-Downloads zurück (24 GB). Es ist also ganz schön was los, trafficmäßig!

Trotzdem, ich glaube, dass hinter den Zahlen nicht wirkliches Interesse an der Musik steckt. Mindestens die Hälfte des Nicht-Crawler-Traffics geht bestimmt auf Archive zurück, die sich unsere cc-by-sa lizensierte Musik sichern wollen. Die cc-Archive selbst sind ja auch ausgebaut worden. Es gibt die meisten Musik-Abrufe also, um Archive zu füllen und nicht um die Bong Arz-Musik anzuhören. Das ist mein Verdacht, aber ich weiß es natürlich nicht wirklich. Komisch ist, dass unsere Stücke-Namen bei Google sonst nirgends auftauchen. Bei dem Traffic müssten, wenn das denn stimmt mit den Archiven, einige Stückenamen im Zusammenhang mit „Musik“ und/oder „Bong Arz“ eine kleine Berühmtheit erlangt haben. Das ist aber nicht so. Google findet unsere Stückenamen immer nur bei bong-arz.de, sonst nirgends. Eine komische Sache. Ich verstehe das nicht. Eine letzte Erklärung wären die sozialen Netzwerke, weil die von Google nicht erfasst werden. Ich kann das nicht überprüfen. Ich bin in keinem Netzwerk.

Jedenfalls spielt Bong Arz bei Google keine Rolle. Gibt man z.B. „frei improvisierte Musik“ ein, kommen wir auf den ersten 10 Seiten nicht vor. Wenn ich nach Verlinkungen suche, kommt nur Deine Seite rkat.de.

Trotz des beeindruckenden Traffics werde ich den Verdacht nicht los, dass sich eigentlich niemand für die Musik von Bong Arz interessiert. Aus dieser Einschätzung heraus (die falsch sein kann) habe ich Konsequenzen gezogen. Als erstes habe ich jetzt die Hauptseite gesperrt, die Gesamt-Sessionliste mit allen dort öffentlich gemachten 298 Sessionmitschnitten von 1990 bis 2012. Direktabrufe der Musik sind jetzt nur noch von der Favoritenliste möglich, immerhin auch noch 40 Sesionmitschnitte. Das ist mir aber eigentlich auch noch zuviel. 40 Stücke mit 20 Stunden Abhörzeit ist einfach auch nicht rezipientenorientiert. Ich will deshalb die Auswahl auf die 10 Stücke (Sessionmitschnitte) reduzieren, zu denen ich einmal Kommentare („info“) geschrieben habe. Ansonsten bleiben die Pfade aber vorerst bestehen. Wenn Bong Arz-Stücke denn irgendwo verlinkt sein sollten, dann können sie alle weiter abgerufen werden.

„Bong Arz“ als Adresse für interessante frei improvisierte Musik hat sich, trotz des beeindruckenden Traffics, nicht durchgesetzt. Das ist sicher. Das gleiche gilt für die einzelnen Stücke. Keines der Sessionsmitschnitte ist mit seinem Namen irgendwie in der Aufmerksamkeit nach vorne gerückt. Auch Google hat an Bong Arz sein Interesse verloren. Gingen früher mehrere tausend Abrufe pro Monat auf Rechnung allein des Googlebots, scannt Google mittlerweile nur ca. alle drei Monate wenige Seiten (im März 214, im Juli 84). Man kann nicht sagen, dass Google nicht jede der Bong Arz-Seiten kennt. Jahrelang hat sich Google bei uns um jedes Detail gekümmert. Mittlerweile denkt Google über Bong Arz wohl, was ich auch die Tendenz habe zu denken; Bong Arz ist aus Sicht des Internets ein Fake-Produkt. Das ist für unsere tolle Musik ein würdeloser Zustand. Ich denke deshalb darüber nach, die Domain zu kündigen und die Seiten zu löschen.

Trio Bong Arz – frei improvisierte Musik

30 Jahre lang, von 1983 bis 2013, habe ich zum Improvisationstrio BONG ARZ mit Querflöte und Stimme beigetragen.

Hier stelle ich beispielhaft kurze Ausschnitte aus dem Jahr 2007 zur Verfügung.
  • 20071130 Zwischen den Zeilen 03:07 Min
  • 20071026 Turbulances 14:45
  • 20070921 Stormy flight until bright light 00:36 | 00:41 | 00:28
  • 20070831 Drrr Dab Daa 05:05
  • 20070622 Shortnight Moves 01:23
  • 20070511 Tales of brave musicians 03:54
  • 20070330 Relaxed between gravityshocks 03:13

Querflöte – ältere Aufnahmen

Querflöte solo – Improvisationen
ältere Aufnahmen
Alle Aufnahmen sind als freie Improvisationen entstanden.
 

Creative Commons Lizenzvertrag

CD-Cover Improvisationen zu Vogelaufnahmen
Querflöten-Improvisationen zu verlangsamten Vogelaufnahmen September 2014

Zaunkönig2 02:50
Hohentreswitz2 07:34
Gartenrotschwanz3 08:26

Mönchsgrasmücke1
[09:12 MP3] [FLAC]

Gartengrasmücke1
[07:52 MP3] [FLAC]

Rotkehlchen1 09:13

CD-Cover Prenden
Querflöten-Improvisationen
in der Dorfkirche von Prenden – Barnim
August 2007

Prenden 1 03:10
Prenden 2 03:07
Prenden 3 04:27
Prenden 4 01:04
Prenden 5 02:49
Prenden 6 04:09

Prenden 7
[03:13 MP3] [FLAC]

CD-Cover Menz II
Querflöten-Improvisationen
in der Dorfkirche von Menz – Oberhavel
Juli 2003

Menz II 01
[02:21 MP3] [FLAC]

Menz II 02 – 02:22
Menz II 03 – 04:17
Menz II 04 – 17:06

CD-Cover Menz I
Querflöten-Improvisationen
in der Dorfkirche von Menz – Oberhavel
November 2002

Menz I 01 – 02:49

Menz I 02
[08:47 MP3] [FLAC]

Menz I 03 – 08:20
Menz I 04 – 07:04

CD-Cover Herbstknospen
Querflöten-Improvisationen
in einem historischen Gebäude in Wandlitz – Barnim
November 1999

Die Höhle unter der Erde – 07:58

Wind und Feuer
[05:42 MP3] [FLAC]

Wasser – 06:25
Herbstknospen – 04:49

Computernutzung – Neue Webinstallation

Meine bescheidene Website ist seit ca. 10 Jahren gehostet bei Domain Factory (df.eu). Ich habe dort durchweg gute Erfahrungen gemacht, auch mit dem Support.

Auf 25 GB Web-Space sind genug Platz für mehrer Server-Installationen.
philosophie.lhaus.de und kontext.lhaus.de verweisen bei mir jeweils auf eine eigene WordPress-Installation. Zusätzlich ist direkt in den /webseiten-Ordner hinein Joomla installiert.

Im „ManagedHostingLight“-Paket steht nur eine Datenbank zur Verfügung, weitere könnte man hinzu mieten. Das ist aber für Privatanwender gar nicht nötig. Die Joomla- und die verschiedenen WordPress-Installationen sind in der Datenbank über verschiedene Präfixe voneinander getrennt. Das funktioniert bei Domain Factory sehr sicher und reibungslos.

Selbstverständlich sollte man ein FTP-Programm wie FileZilla benutzen. Das braucht man immer wieder, auch für komplette Backups. Im Kundenmenü von Domain Factory stehen aber auch verschiedene direkte FTP-Zugänge zur Verfügung.

Ich habe mich erst seit kurzem für WordPress entschieden, eher durch Zufall. Ich habe früher alles selbst geschrieben in HTML und CSS, und ich kenne auch Typo3 und Joomla. Zur Nutzung von Privatanwendern oder auch für kleine Vereine ist WordPress, aus verschiedenen Gründen, meine allererste Empfehlung.
WordPress ist als Blog-Software bekannt und wird als solche auch viel genutzt. Man kann WordPress aber auch nur über eine Seitenstruktur betreiben, wie eine normale Homepage. Dafür gibt es mittlerweile eine Riesenauswahl an super Designs. Diese Designs nennt man Templates. Auf der WordPress-Seite selbst z.B. findet man eine große Auswahl an kostenlosen, sehr gut gemachten Templates. Was aber vielleicht den größten Ausschlag für eine Empfehlung von WordPress gibt, ist das überwältigende Unterstützer-System. Damit meine ich keine verstaubten Spezialisten-Foren, sondern eine mittlerweile fulminant evolvierte, extrem kundenorientierte Dienstleistungsszene. Die besteht aus großen und kleinen Firmen und aus jede Menge Freelancern, die wirklich etwas können und viele Brotkrumen an Informationen und Wissen abwerfen, auf unzähligen freundlich geschriebenen und gestalteten Blogs. Man findet immer, was man braucht, gut dargestellt und lebenspraxis-orientiert. Ich finde das beeindruckend.

Die Nutzung von WordPress, also der Umgang mit dem Programm, ist, finde ich, eine Wohltat an Zugänglichkeit. Ganz ehrlich, für Leute, die keine große Ahnung von Computertechnik haben, gibt es neben WordPress  keine wirkliche Alternative, glaube ich.

Man sollte sich führen lassen, wenn man vorhat, das WordPress-Angebot für sich nutzbar zu machen. Googeln hilft da sofort. Man trifft dann unter anderem auch auf Youtube-Videos. Manche von ihnen wollen zum Erwerb kostenpflichtiger Zusatzprogramme verlocken. Mit denen kann man wohl tatsächlich in wenigen Klicks großartige Homepage-Gestaltungen hinbekommen. Es klingt einfach. Ich vermute aber, dass es das am Ende für Normalanwender nicht ist. Es sei denn, man ist zwischen dreißig und vierzig. Man muss das auch ein bisschen durchschauen, was man da macht. An einer riesengroßen Torte kann man sich auch den Magen verderben.

 

20160720 Brücke Museum_Noldeausstellung

Brücke Museum
Emil Nolde Ausstellung
20. Juli 2016

 

Leuchtende Farben zwingen
in einen Hauch des Hinsehens
Maltechnisch fulminant
beleuchtet
von einer Seelenlandschaft

Warum sollte Bekehrung einsetzen
Die Verletzung ist ein Vermächtnis
ohne das Felder besetzt sind,
die Wege zeigen

Farbvorgänge gewaltgetrieben
beherrschen Buntes
aufleuchtend zur Wegwarte
und anderem
frei zur Schau

Es ermächtigt sich ein Raum
des Nichts, des Kontemplativen
Innengeschneidert maßgehalten
Vollkomplex durchwirkt
mit Gewächskaskaden

Wachsendes, das sich aufschließt
zur Schönheit, die Lächeln lässt
Begegnungen bestimmen das Schwimmende
eines Tastenden in den Farben

Eine Wahrheit der Ursächlichkeit
Vorzeigevollzug eines raunenden
Raumes aus Träumen
Beräumend die Herzlichkeit,
die eben noch die Kraft vermied

20170501 Museum Barberini_Eröffnungsausstellung Impressionismus

Museum Barberini – Potsdam
Verschiedene Ausstellungen
01. Mai 2017

 

Nolde, Gladiolen

Tiefe, Farbkraft, Beutereinheit, Liebeskraft, Starkstrom,
Weltgeltung in einer Gladiole
vorübergehendes Pathos

Tiefe, die in Farbkraft übergeht
Eine Beutereinheit
einer besonderen Liebeskraft
Starkstrom hinein in ein Erwachen
einer Gladiole
zu vorübergehender Weltgeltung

Nolde, der Wilde, der Tiefkräftige
Mit Farbkraft strahlt hier eine Beutereinheit
einer Gladiole bemächtigt
Starkstrom einer Liebeskraft,
die ihr vorübergehend,
ohne Pathos
eine Weltgeltung verschafft

 

Munch, 1905, Haus – Bäume – Menschengruppe

Ort, Haus, hohe Bäume wie übernetzt
kokonbildende Menschengruppe

Kokonbildend muss hier wohl alles gewesen sein Jetzt ist es da
Das besondere Bild
Das Haus, die hohen Bäume
wie übernetzt
selbst die Menschengruppe schließt sich ein

 

Renoir

Waldbilder, lebendiger Schmelz

Waldbilder
ein lebendiger Schmelz ist sofort in Wirkung
Ein Geheimnis,
das präsent ist wie eine Wahrheit

 

M. de Vlaminck, Seineufer

Seineufer, Farbe und Leere,
Durchsichtigkeit des Raumes

Farbe und Leere,
Durchsichtigkeit des Raumes
Ein Dahinter und Dazwischen ohne Inhalt

 

Alfred Sisley

Der klare Blick in den Zeitraum / die Zeit

Der klare Blick in die Zeit,
in den Zeitraum hinein

 

Monet, Waterloobridge

Gar keine seltene Gabe
die Auslassung hin zur Enthüllung
Drei Schichten übereinander
Eine Stimmung,
die es so nicht wirklich gibt,
sowieso nur in uns so gibt
im Künstler gab

In der Zeit vergangen
oder stets als Möglichkeit?

Wenn ich mich als Reaktion darauf
in diese Gegenwart versetzte,
gäbe ich mich ins Chaos
des Nichtverstehens
in mein ganz eigenes Chaos

20180726 Museum Barberini_Richter-Ausstellung

Museum Barberini – Potsdam
Gerhard Richter. Abstraktion
30. Juni – 21. Oktober 2018

 

26) Grau (breite Pinselschraffur)

Ich vermisse die Tiefe
der reinen Höhle,
die in mir klingt
Ich kann die Vielfalt spüren,
die alles umfasst
Mit einem Tal der tröstenden
Heiligsprechung
erfüllt die Macht
den verkehrten Traum

 

Manchmal vermisse ich
den Teil der Höhle
der früher einmal
einen reinen Klang
geborgen hat
Die Vielfalt ist heute
spürbar und fast
allgegenwärtig treu
Mit einem Teil der
tröstenden Heiligsprechung
erfüllt die Macht den
verklärten Traum
der heute aus den
Klängen gezogen wurde

 

10/11/12) Sternbild (gefurcht dicke graue Farbe)

Helfen
beinharte Fragen
Die Muster der Löslichkeit

Die geschwungene Feinheit
der Verflachung
als ein Eintrag

 

1. Stock
30)

Ein Sturz der Attrappen
mit der Fensterverkleidung
einer Höhle

Tiefe in Falten
und doch gleichzeitig
im Boxring

Dabei stürzen
die Attrappen mit
den Fensterverkleidungen
in tiefe Falten
und doch gleichzeitig
in einen Boxring

 

34)

Die kleine Flut der Reue

 

37)

Geistesabwesend gültig
Die Welt als Vorhang
Bitternes im Ausgang
einer Farbe

Der steingraue Hellebarden-Friedhof
erscheint hier trunken
und doch mutig
in seiner Gefestigtheit

Die kleine Flut der Reue
geistesabwesend gültig
macht die Welt zum Vorhang
vor dem Allerheiligsten

Bitternes im Ausgang
einer Farbe
Der steingraue Hellebarden-
Friedhof erscheint
hier trocken (trunken?)
und doch mutig
in seiner Gefestigtheit

 

41)

Das Gewächs einer Kluft
erscheint hier
in der Mildheit der Schöpfung

 

39)

Komplexe Wahrheiten
sind schiefergrau,
wenn nicht von Farbe übertüncht

 

40)

Eine Wolke ist im Wasser
nur einsam,
ohne die Schlingpflanzen

Eine Wolke ist dabei
nur einsam
wenn die Schlingpflanzen
nicht nachwachsen

 

42-45) Zeichnungen, Landschaftsabstraktionen
(„40 Tage“, 2015; Landschaft bis innere Landschaft)

Die Hilfe kommt
Sie wird für Dich erfahrbar
Eine milde Feinheit,
die nicht nur Überschwang ist

Ich halte dies für Reinheit
Ein Klosterlicht

 

23)
Möglichkeiten
24)
Reaktion
29)
Bring dich in Stimmung

 

21)

Meisterschaft
Gestautes Nestmaterial

 

28)

Gewinnbringender Zug
Ich möchte leben
wie im Berg eingeschlossen
nur mit Dir

 

22)

Die Silberfarbe verspottet
die Reaktion der Mühen

 

MV, 2011)
„Ich möchte einen Preis gewinnen“

 

63/67/65/68)

Er macht so lange bis die Bewegung im Bild zum Stillstand gekommen ist.

 

71)

„Ich möchte weinen“

 

73/74/70)

Stilles Beeindrucktsein

 

76/77) Flow

Marmorierte Teilhaftigkeit
wie in Gaswolken
oder auf Saturnplaneten

 

81/85/86/80) (2007, 2017, 2016)

Noch Bewegung drin

 

86)

„Ich möchte zum Kern vordringen.“

 

82)
Gefühltes
81)
Hochzeit
85)
Beeindruckend, aber?

 

21/23/29)

„Ich hoffe, die Welt wird einmal verstehen.“

Ganz einfach!
Du musst die Dinge zu einem Anlageobjekt machen, wertsteigerungsfähig.

 

Obergeschoss
Eine große Entdeckung: Fritz Winter (1905-76)

20180808 Bodemuseum_Altes Museum Etrusker

Bodemuseum

Und jetzt begehr‘ Deines
Nächsten Haupt
Weil die Stämme aufragen
wie Rippen aus meinem
Dornenschwert

Der Ochse des Herrn
der verhungern musste
der Weltenzeugung wegen

Ich rege Dich an
als Extremität des Wachsens
und Könnens und Betens

Im selben Altarraum
gebärt die Mutter ihr Kind
Eine fürsorgende Kulisse
in einem Museumsbau
tief unter der Erde

Die Macht rüstet sich
zu brüten

Das Ei der Schwere
trägt alles in sich
was das große Huhn
aufgepickt hat
während seiner Weltenreise

 

Altes Museum, Etrusker

Sehnsuchtsvoll in altes Öl getaucht
sind Erinnerungen
glänzender männlicher Leiber

Hart, bequollen
Rückwärtsgewand
Maßvoll, aufstilisiert
introvertiert hellenisch
bisweilen kurz

Brachten wir Maße?
Brechend die Balken
alter Hütten?
Wie gequält sind die Meter des Wohlbefindens
Reinkarniert, voll verfrachtet

Ich bin ein Storch
der durch Verlangen watet
wie durch eine große Wiese

Vorgeplenkelt ist die Reise
zuende bevor wir im benötigten
Kontext sind

Ein falschreimendes Fiasko
Ochsengang ist Ochsengang
weil die Erzählung nicht mehr stimmt?

Ich glaube
die Reste tragen immer noch
bezahlt sind sie jedenfalls

Abgeschmettert das Eine oder Andere
belegen sie noch immer die ersten Ränge
verkuppelt mit einer
namentlich Besorgten
Umkehrtransgresse

20190511 Impuls_Aktionsplan für Wirtschaft und Menschenrechte

Ev. Gemeindefest zum Weltladentag 2019
Pfarrsprengel Basdorf-Wandlitz-Zühlsdorf
11.05.2019, Text: Lutz Hausmann

Impuls
Aktionsplan für Wirtschaft und Menschenrechte

Kirchliche Organisationen wie „Brot für die Welt“ und andere Menschenrechtsorganisationen bemühen sich seit Jahren um ein Gesetz zum Schutz der Ärmsten der Armen in den Produktionsstätten des Globalen Südens. Dies geht auch auf eine Forderung der EU nach nationalen Aktionsplänen für Wirtschaft und Menschenrechte zurück. Wenn in einer Phase der Freiwilligkeit bis 2020 keine nationalen Regelungen getroffen werden, wird es danach eine EU-weite Regelung geben. Das Entwicklungsministerium hat nun einen Entwurf zu einem entsprechenden Wertschöpfungskettengesetz (Wert-Schöpfungs-Ketten-Gesetz) erarbeitet.
Was steckt aus christlicher Sicht dahinter?

Die Marktstrategie verlangt, dass Teilnehmer verdrängt werden, die den Ansprüchen nicht genügen. Das ist in der gängigen Wirtschaftstheorie ethisch akzeptabel, weil jeder Teilnehmer am Markt ja theoretisch woanders hingehen und andere Partner finden könnte. In der Realität bedeutet dies jedoch, dass Marktteilnehmer am unteren Ende, die keine Wahlmöglichkeiten haben, keine Partner in diesem Prozess sind. Denn Fairness ist nur unter gleichberechtigten Partnern möglich. Diese Ungleichheits-Misere, die an der Ethik der Wirtschaftsdoktrin vorbeigeht, herrscht nun in den benachteiligten Ländern des Globalen Südens überwiegend vor.

Die Marktteilnehmer am unteren Ende bezahlen mit der Selbstverletzung ihrer eigenen Menschenwürde, um scheinbar weiter Partner in einem ungleichen Spiel zu bleiben. Sie bezahlen mit zu wenig Schlaf, zu wenig Essen, zu wenig Bildung, zu wenig Schutz für die Familie, ganz allgemein mit zu wenig Vorsorge, auch gesundheitlicher Art. Schlimm wirken sich auch gefährliche Arbeitsplätze aus.

Eine Existenz bei verletzter Menschenwürde ist für Christen nicht schöpfungsgerecht. Christen glauben an einen fürsorglichen und gerechten Gott.

Jeder ist für die Fürsorge und Gerechtigkeit Gottes mitverantwortlich, auch dass sie ihm selber widerfährt, aber wenn jemand keine Wahl hat, kann er gegen seine Misere selbst nichts unternehmen.

Jeder Mensch verdient Chancen. Christen geben Chancen.

Millionen, ja Milliarden Menschen sind davon betroffen, dass zwei grundsätzliche Alternativlosigkeiten aufeinandertreffen. Einmal, scheinbar alternativlos dem Kostendruck nachzugeben und andererseits alternativlos einfach existieren zu müssen.

Wer alternativlos existiert ohne die Attribute der menschlichen Existenz, hat seine Menschenwürde verloren.

Christliche Nichtregierungsorganisationen wie Brot für die Welt und Misereor und zahlreiche zivilgesellschaftliche NGO‘s arbeiten seit Jahren daran, diese unhaltbare Situation mit gesetzlichen Mitteln zu verbessern. Jetzt scheint diese Arbeit Früchte zu tragen. Innerhalb unserer Regierung gibt es Entwürfe für ein entsprechendes Gesetz.

In der Diskussion wird dieses Gesetz als „Wert-Schöpfungs-Ketten-Gesetz“ bezeichnet. Es regelt die Verantwortlichkeit wirtschaftlicher Akteure gegenüber Partnern am unteren Ende von Lieferketten, die eigentlich keine Partner sind und deshalb des besonderen Schutzes bedürfen.

Die diesjährige Kampagne des Weltladen-Dachverbands will den zarten Winden, die in Richtung dieses Wertschöpfungskettengesetzes wehen, Kraft und Aufmerksamkeit geben. Es ist nicht nur Kraft für ein Gesetz, sondern auch für eine Hoffnung, strukturelle Entgleisungen unseres Wirtschaftssystems wieder in eine Observanz und menschengerechte Fürsorglichkeit hineinzunehmen.

Jede und jeder, der sich als Teil dieser menschengerechten Fürsorglichkeit empfindet, ist aufgerufen, sich an der Kampagne zu beteiligen oder sie einfach geistig zu unterstützen.

Menschen brauchen Solidarität, damit die Kraft der Einheit alles Lebendigen sich unter den Menschen wohltuend verteilt. Das, was wir für andere tun, tun wir auch für uns selbst.

Buchempfehlungen zum Reformationsjubiläum

Empfehlungen der Deutschlandfunk-Religionsredaktion (Dezember 2016):

Volker Reinhardt: Luther – der Ketzer. Rom und die Reformation. C. H. Beck Verlag. München 2016. 352 Seiten. 24,95 Euro.

Volker Leppin: Die fremde Reformation – Luthers mystische Wurzeln. C. H. Beck Verlag. München 2016. 247 Seiten. 21,95 Euro.

Tillmann Bendikowski: Martin Luther. Der Papst und die Folgen. Verlag C. Bertelsmann / Verlagsgruppe Randomhouse. München 2016. 384 Seiten. 24,99 Euro.

Bruno Preisendörfer: Als unser Deutsch erfunden wurde – Reise in die Lutherzeit. Galiani Berlin. Berlin 2016. 496 Seiten. 24,99 Euro.

Joachim Köhler: Luther! Biographie eines Befreiten. Evangelische Verlagsanstalt. Leipzig 2016. 408 Seiten. 22,90 Euro.

Willi Winkler: Luther – Ein deutscher Rebell  Rowohlt Verlag. Reinbek 2016. 640 Seiten. 29,90 Euro.

Georg Diez: Martin Luther – mein Vater und ich. Verlag C. Bertelsmann / Verlagsgruppe Randomhouse. München 2016. 256 Seiten. 17,99 Euro.

Thomas Kaufmann: Erlöste und Verdammte. Eine Geschichte der Reformation. C. H. Beck Verlag. München 2016. 508 Seiten. 26,95 Euro.

Norbert Bolz: Zurück zu Luther. Verlag Wilhelm Fink. Paderborn 2016. 141 Seiten. 19,90 Euro.

Heinz Schilling: Martin Luther – Rebell in einer Zeit des Umbruchs. C.H.Beck Verlag. München 2014.  714 Seiten. 24,99 Euro.

Eugen Drewermann: Luther wollte mehr. Der Reformator und sein Glaube. Verlag Herder. Freiburg 2016. 320 Seiten. 19,99 Euro. Herder 2016. 320 Seiten, 19,99 Euro.

Lyndal Roper: Der Mensch Martin Luther. Aus dem Englischen von Holger Fock und Sabine Müller. S. Fischer Verlag. Frankfurt am Main 2016, 730 Seiten, 28 Euro.

Andre Pettegree: Die Marke Luther. Insel Verlag. Berlin 2016. 407 Seiten, 26 Euro.