Die Bong Arz-Seiten wahrscheinlich vor dem Aus

Lieber Reinhard,

ich habe mich in den letzten Tagen ein wenig mit Bong Arz beschäftigt, aus gegebenen Anlass. Ich habe meine eigenen Seiten überarbeitet, und einige Bong Arz-Ausschnitte von 2007 auf meiner privaten Seite verlinkt. In dem Zug habe ich kurz überlegt, die Bong Arz-Seiten ganz zu schließen.

Mir fällt schon seit langem auf, dass in der Mehrzahl Crawler und Bots auf bong-arz.de zugreifen. Von im Schnitt 15 Anwenderprogrammen, die in der Webstatistik angezeigt werden, sind mindestens 10 Crawler oder Bots. Die erzeugen auch den weitaus größten Traffic. Die Bong Arz-Seiten haben insgesamt 10-13000 Anfragen im Monat. Durchschnittlich rufen 34 Rechner pro Tag (IP-Adressen) Dateien ab.

Besuche, die nicht von Crawlern sind, sind im Schnitt 800 im Monat:
Jan: 960/ Feb: 900/ März: 1000/ April: 900/ Mai: 780/ Juni: 320/ Juli: 600

Die MB pro Tag schwanken stärker:
Jan: 579/ Feb: 14/ März: 18/ April: 863/ Mai: 47/ Juni: 106/ Juli: 103
Das ist Durchschnitt pro Tag!

Die sehr großen Zahlen im Januar und April gehen auf Komplett-Downloads zurück (24 GB). Es ist also ganz schön was los, trafficmäßig!

Trotzdem, ich glaube, dass hinter den Zahlen nicht wirkliches Interesse an der Musik steckt. Mindestens die Hälfte des Nicht-Crawler-Traffics geht bestimmt auf Archive zurück, die sich unsere cc-by-sa lizensierte Musik sichern wollen. Die cc-Archive selbst sind ja auch ausgebaut worden. Es gibt die meisten Musik-Abrufe also, um Archive zu füllen und nicht um die Bong Arz-Musik anzuhören. Das ist mein Verdacht, aber ich weiß es natürlich nicht wirklich. Komisch ist, dass unsere Stücke-Namen bei Google sonst nirgends auftauchen. Bei dem Traffic müssten, wenn das denn stimmt mit den Archiven, einige Stückenamen im Zusammenhang mit „Musik“ und/oder „Bong Arz“ eine kleine Berühmtheit erlangt haben. Das ist aber nicht so. Google findet unsere Stückenamen immer nur bei bong-arz.de, sonst nirgends. Eine komische Sache. Ich verstehe das nicht. Eine letzte Erklärung wären die sozialen Netzwerke, weil die von Google nicht erfasst werden. Ich kann das nicht überprüfen. Ich bin in keinem Netzwerk.

Jedenfalls spielt Bong Arz bei Google keine Rolle. Gibt man z.B. „frei improvisierte Musik“ ein, kommen wir auf den ersten 10 Seiten nicht vor. Wenn ich nach Verlinkungen suche, kommt nur Deine Seite rkat.de.

Trotz des beeindruckenden Traffics werde ich den Verdacht nicht los, dass sich eigentlich niemand für die Musik von Bong Arz interessiert. Aus dieser Einschätzung heraus (die falsch sein kann) habe ich Konsequenzen gezogen. Als erstes habe ich jetzt die Hauptseite gesperrt, die Gesamt-Sessionliste mit allen dort öffentlich gemachten 298 Sessionmitschnitten von 1990 bis 2012. Direktabrufe der Musik sind jetzt nur noch von der Favoritenliste möglich, immerhin auch noch 40 Sesionmitschnitte. Das ist mir aber eigentlich auch noch zuviel. 40 Stücke mit 20 Stunden Abhörzeit ist einfach auch nicht rezipientenorientiert. Ich will deshalb die Auswahl auf die 10 Stücke (Sessionmitschnitte) reduzieren, zu denen ich einmal Kommentare („info“) geschrieben habe. Ansonsten bleiben die Pfade aber vorerst bestehen. Wenn Bong Arz-Stücke denn irgendwo verlinkt sein sollten, dann können sie alle weiter abgerufen werden.

„Bong Arz“ als Adresse für interessante frei improvisierte Musik hat sich, trotz des beeindruckenden Traffics, nicht durchgesetzt. Das ist sicher. Das gleiche gilt für die einzelnen Stücke. Keines der Sessionsmitschnitte ist mit seinem Namen irgendwie in der Aufmerksamkeit nach vorne gerückt. Auch Google hat an Bong Arz sein Interesse verloren. Gingen früher mehrere tausend Abrufe pro Monat auf Rechnung allein des Googlebots, scannt Google mittlerweile nur ca. alle drei Monate wenige Seiten (im März 214, im Juli 84). Man kann nicht sagen, dass Google nicht jede der Bong Arz-Seiten kennt. Jahrelang hat sich Google bei uns um jedes Detail gekümmert. Mittlerweile denkt Google über Bong Arz wohl, was ich auch die Tendenz habe zu denken; Bong Arz ist aus Sicht des Internets ein Fake-Produkt. Das ist für unsere tolle Musik ein würdeloser Zustand. Ich denke deshalb darüber nach, die Domain zu kündigen und die Seiten zu löschen.

Computernutzung – Neue Webinstallation

Meine bescheidene Website ist seit ca. 10 Jahren gehostet bei Domain Factory (df.eu). Ich habe dort durchweg gute Erfahrungen gemacht, auch mit dem Support.

Auf 25 GB Web-Space sind genug Platz für mehrer Server-Installationen.
philosophie.lhaus.de und kontext.lhaus.de verweisen bei mir jeweils auf eine eigene WordPress-Installation. Zusätzlich ist direkt in den /webseiten-Ordner hinein Joomla installiert.

Im „ManagedHostingLight“-Paket steht nur eine Datenbank zur Verfügung, weitere könnte man hinzu mieten. Das ist aber für Privatanwender gar nicht nötig. Die Joomla- und die verschiedenen WordPress-Installationen sind in der Datenbank über verschiedene Präfixe voneinander getrennt. Das funktioniert bei Domain Factory sehr sicher und reibungslos.

Selbstverständlich sollte man ein FTP-Programm wie FileZilla benutzen. Das braucht man immer wieder, auch für komplette Backups. Im Kundenmenü von Domain Factory stehen aber auch verschiedene direkte FTP-Zugänge zur Verfügung.

Ich habe mich erst seit kurzem für WordPress entschieden, eher durch Zufall. Ich habe früher alles selbst geschrieben in HTML und CSS, und ich kenne auch Typo3 und Joomla. Zur Nutzung von Privatanwendern oder auch für kleine Vereine ist WordPress, aus verschiedenen Gründen, meine allererste Empfehlung.
WordPress ist als Blog-Software bekannt und wird als solche auch viel genutzt. Man kann WordPress aber auch nur über eine Seitenstruktur betreiben, wie eine normale Homepage. Dafür gibt es mittlerweile eine Riesenauswahl an super Designs. Diese Designs nennt man Templates. Auf der WordPress-Seite selbst z.B. findet man eine große Auswahl an kostenlosen, sehr gut gemachten Templates. Was aber vielleicht den größten Ausschlag für eine Empfehlung von WordPress gibt, ist das überwältigende Unterstützer-System. Damit meine ich keine verstaubten Spezialisten-Foren, sondern eine mittlerweile fulminant evolvierte, extrem kundenorientierte Dienstleistungsszene. Die besteht aus großen und kleinen Firmen und aus jede Menge Freelancern, die wirklich etwas können und viele Brotkrumen an Informationen und Wissen abwerfen, auf unzähligen freundlich geschriebenen und gestalteten Blogs. Man findet immer, was man braucht, gut dargestellt und lebenspraxis-orientiert. Ich finde das beeindruckend.

Die Nutzung von WordPress, also der Umgang mit dem Programm, ist, finde ich, eine Wohltat an Zugänglichkeit. Ganz ehrlich, für Leute, die keine große Ahnung von Computertechnik haben, gibt es neben WordPress  keine wirkliche Alternative, glaube ich.

Man sollte sich führen lassen, wenn man vorhat, das WordPress-Angebot für sich nutzbar zu machen. Googeln hilft da sofort. Man trifft dann unter anderem auch auf Youtube-Videos. Manche von ihnen wollen zum Erwerb kostenpflichtiger Zusatzprogramme verlocken. Mit denen kann man wohl tatsächlich in wenigen Klicks großartige Homepage-Gestaltungen hinbekommen. Es klingt einfach. Ich vermute aber, dass es das am Ende für Normalanwender nicht ist. Es sei denn, man ist zwischen dreißig und vierzig. Man muss das auch ein bisschen durchschauen, was man da macht. An einer riesengroßen Torte kann man sich auch den Magen verderben.