Gedicht – Die Weisheit

Zum 1. Advent 2020
Gedicht von Lutz Hausmann
cc-by-sa 2020

Die Weisheit

Ein Raum
ein Rausch
ein Wesen

Nichts ist ihr hold
als die Wonne der Begegnung

Was ist ihr Wesen?
Wenn sie einen Ursprung hat,
hat sie Freiheit, Nüchternheit und Liebe?
Befürwortet sie einen Kranz
aus Gemeinsamkeit?

Hab acht,
wenn du dich traust
zu lieben
einfach in die Mitte hinein
und dann zu fliegen

Der Rausch, der dich trifft
ist die Wolke der Herrlichkeit
Ein Gewand,
dem du hinanwachsen musst,
um nicht abzustürzen

Die Reinen bezeugen eine sanfte Landung
im Glück, aufgehoben zu sein

Billigend nimmt die Weisheit in Kauf,
eine Einzelne zu sein,
obwohl verbunden mit allem

Hineinreissend ist eine Flut,
die läutert,
weil sie den Mut fördert,
auch künftig geprüft zu werden

Die Weisheit liebt die Achse,
die sie dreht
und um die sie wandert

Wir werden es wissen,
ob die Weisheit uns formt
Auf einmal werden wir sehen,
was wir vorher nicht sahen
und es wird gut sein,
wenn das Gute vielfach echot

Wir werden der Verheißung
folgen müssen,
wenn die Not uns sticht

Schmerzen dabei auszuhalten
ist eine Tugend
aber wirklich auch ein Kampf gegen das,
was uns unseren Ort finden lässt?

Oh Kohelet, oh Hiob
wie seid ihr tiefe Gruben,
deren Grund sich heute noch
über uns öffnet

Oh Weisheit,
wie ich tanze
in Deinem Licht zu mir

Habe ich eine Krone auf,
wenn Du zu mir kommst
oder eine Narrenjacke an?

Ich bin zu reif für Dich
Ich fließe wie ein Käse
hinein in die Verwesung
Schon jetzt am Fuße meines Berges

Die letzten Schritte
sind ein Taumeln
aus unserem Körper raus,
der immer mehr
sein eigenes Land betreten will

Oh Weisheit, zeige mir
die Heimat meiner Seele

Wenn ich ein Glas
an der Tischkante zerschlage,
habe ich Splitter
und Scharfes um mich

Die Teile wissen nicht mehr
um sich selbst
Sie klingen nicht mehr,
wie das Glas geklungen hat

Oh, rettet hier,
was des Rettens möglich ist
Ihr Geister einer anderen Welt,
die ferne uns zusammenhält

Was ist Weisheit,
was ist Trotz,
wenn ich mich nicht finden will

Ich suche mich in Dir,
Du immer wieder neue
Du Weisheit meiner Liebe,
die einfach wandeln mag

Lyrik – Halle – Moritzburg -Sonderausstellung

Die Stille im Lärm der Zeit
MARC MACKE NOLDE
Meisterwerke aus der Sammlung Ziegler
Kunstmuseum Halle/Moritzburg 10.02.2019-12.05.2019

Die lyrische Kraft geht nur von den Originalen aus.

 

Nolde, 1915, Öl
Blumengarten mit Fingerhut

Ihr tretet mir entgegen
und seid
Mit einer Herkunft
und einem Hin
Ich gehöre zu dem Hin
jetzt
ganz eingefangen von dem Strom
in dem Ihr leuchtet
als Botschaft
Kann ich sie lesen?
Ihr macht mich zweifeln
Habe ich Eure Sprache
je verstanden?

 

Nolde, 1940, Aquarell
Weiße Lilien, blaue Glockenblumen und roter Mohn

Ihr habt Euch Raum geschaffen
Beeindruckend, fast beängstigend
erfahre ich plötzlich Eure Präsenz
Du Lilie, Du Hüterin
von was?
Unhinterfragbar Hüterin
Ich begreife „Hüterin“,
aber nichts weiter

 

Nolde, 1940, Aquarell
Rittersporn mit roten Blumen

Ein zauberhafter Raum
und wieder bin ich ganz bei Euch
Weil ich in Eurem Zauber bin
Verwirrt und staunend,
plötzlich auch Zauber zu sein
Hineingesprungen zu sein,
ohne gesprungen zu sein
Nolde Du Magier

 

Nolde, 1935/39, Öl
Königskerze und Lilien

Ich spreche, weil Du sprichst
Ich fliege, weil Du fliegst
In diesem Blau ist das Meer
Welche Urkraft hier zusammenkommt
Geborgen alles hinnehmend
begreife ich mein Gastsein

 

Kokoschka, 1959, Aquarell
Gartenblumen im Glas

Ich bin auch da
wo ihr steht
in einem Glas- und Wasserzauber
in Eurer Licht- und Lebensweite,
die hier ist als Moment
Das begreife ich
und dass dieser Moment
auch jetzt noch ist

 

Erich Heckel, 1963, Aquarell über Kohle
Kapblumen (Protea)

Ihr ragt sprechend
in mein Leben hinein
Die Ruhe, die Euch umgibt
ist nicht in Euch
Bereit zum Sprung
immer noch
Hinein in eine
blühende Existenz

 

Hans Purrmann, 1911, Öl
Landschaft bei Collioure

Ja, plötzlich
alles ist plötzlich

 

Nolde, 1935, Aquarell
Abendliche Marschlandschaft mit Gehöft

Jenseits des Alltags
schwebt hier die scheinbare Ewigkeit
unserer so langsam vergehenden Lebenszeit
Schnell gibt es nicht
Rauschhaft schreiend, dass alles anders ist,
trifft das Meer der wogenden Wiesen
auf das „mehr“ und „mehr“

 

Alexej von Jawlensky, 1912/13
Landschaft bei Oberstdorf

Hier strebt der Geist
gegen den Himmel,
in der eine Lust badet,
in den Bergen zu sein,
nahe dem Himmel
Die Erhabenheit ist
hier eine Fläche,
die trotzdem ist
Und in den Farben
gibt es eine Tür
dort hinein und da dahinter

 

Erich Heckel, 1909, Öl
Weidende Pferde

Ach, da seid Ihr!
Und ich stehe vor Euch
Welch große Freude

 

Franz Marc, 1913, Gouache (Bleistift auf Papier)
Schlafendes Reh

Wie ich Dich beneide
Schlafende in dieser Welt
Die Berge brechen längst nicht mehr
und die Bäume fallen nicht
Du bist ja immer schon gewesen

Labyrinthos – Langgedicht

LABYRINTHOS

Ein Langgedicht von Lutz Hausmann
geschrieben vom Juni bis November 2016, überarbeitet 2018
Sämtliche Rechte liegen beim Autor, Lutz Hausmann©2018
Stand: 22.07.2018

 

ERSTER TEIL

 

Hier heißt es,
heulend Stäbe zueinander kommen lassen
Hineingelockt ist eine Taube
Vermächtnis einer alten Erzählung

beleuchtend rein
auf dem Boden ausgestreckt
erwarten die Menschen
nur das Öffnen der Tür

Der Stäbe gleich hohe Spitzen
erzeugen eine Stimmung
maßhaltend frohgemut
Ein Klang zieht in Wendungen durch den Raum,
der nicht wirklich erfahrbar ist
eine Kostbarkeit an Zuwendung
Mehr verlangt hier niemand

Beseelt körperlos halten sich die Erinnerungen bereit
werthaft ungleich, aus richtungsloser Bedürftigkeit
Sie durchschreiten die Angst,
streunend zur Vollendung kommend

Ausgetrickst hohl ist der Marsch um die Bastille herum
Hochgeschwängert belasten sich die Gedanken
nicht mehr mit Schautafeln des Glücks
Sie fallen mit ihren Geburten direkt in die Tat

Gegenströme erfassen die Not
und tanzen die Möglichkeiten herbei
Welch schöner Tag
Bedächtig verlangend
die Sorgen einer anderen Zeit einschließend
fließt alles als eine schöne Reise

 

Hier ist es still geworden
Man muss das Wollen überschauen
wie es hingeworfen wurde
Vortragsgut einer vollendeten Bedingung

Bedarf es eines Aufräumens,
wenn die Schatten des Totalen
sich in die Ephemeren
dieses unhörbaren Klanges mischen?

Es klingt, was nicht sprechen mag
oft in vielfältigen Stimmen
In allem liegt das Wollen
dann als Stille drin

 

Vorbei ist die Weltarmut,
weil sie sich steigert vernichtet sie sich

Im Bus fahren Menschen heran,
um sich den Blitzen auszusetzen
Bekenntnisdrängend geht alles ganz schnell
Es ist ein Aufquellen eines Neuen,
das niemand erwartet hat

 

In wirklicher Demut
hineingefasst ins Unmögliche
ertragen die Leidenden kein Leid mehr,
weil ihnen endlich der Begriff dazu fehlt
Wer seinen Weg nicht sieht, möge sich behelfen
in genauer Abstimmung
redet die Phalanx

Nur, liegt der Behelfsgrund
unterhalb der genauen Abstimmung
Wie groß muss ein Sperrgut sein,
damit es vegetiert?
Erlöst springt schließlich
die gespannte Feder
ins Schloss der Vernunft
Heilgehofft, ausgedünnt

 

Wir bilden eine Masse
mit beredten Viermaßen
befedert formverändert

Eingeräumt die Gottlosen
binden wir das Recht
Nichts weist auf das Ende hin
Bewächtert von inneren Regeln
fahren wir in die Geisterbahn

Leuchtende Farben,
von einer Seelenlandschaft beleuchtet,
zwingen in einen Hauch des Hinsehens

Warum sollte Bekehrung einsetzen?
Unsere Verletzungen sind ein Vermächtnis
ohne das Felder besetzt sind,
die Wege zeigen

 

Es ermächtigt sich ein Raum
des Nichts, des Kontemplativen
Innengeschneidert maßgehalten
Vollkomplex durchwirkt
mit Gewächskaskaden

Wachsendes, das sich aufschließt
zur Schönheit, die Lächeln lässt
Begegnungen sind Farben
Nicht das Schwimmen
eines Tastenden

Dies ist die Wahrheit der Ursächlichkeit
Vorzeigevollzug eines raunenden
Raumes aus Qualitäten

 

 

Aber / doch
weltsäumend
verbinden die Mühen Abläufe,
die nicht zu erwarten waren

Ein meisterhaft Aufgehobenes
vertragsgemindert Uferloses
vollreif Bemächtigtes
will den Vollzug

Maßgebunden erhält es
das Gewicht einer Segnung,
weil es die Hoffnung trägt

 

Einen Felsklang gedichtet haben
aus Mehrklang
will dabei reifend erleben
wie die Freiheit ruft

Da steckt Heimat drin
wie sie gemalt ist
Kann die Hand bezeugen,
was das Auge sieht?

Frei und notwendig
wird geschlachtet

Derweil verflechten
bebalzfedernde Vorzeigeknechte
ihre Lust
hinein in gestautes Nestmaterial

Lernt die Hoffnung
wie einen Vorgang erkannt haben
aus Vielschichtigem?

Verfolgt die gerechte Recherche
den Dienst wie die Folgen?
Ist Freiheit dehnbar
als ein schleppendes Netz?

Bemalt verwässert, gespreizt betroffen
Ecklaunen verführen die Malträtierten
zu einem Weltergehen wechseldröge

 

Selten ist es an einer Reihe,
zur Vielfalt zu währen
zu einer guten Route
bemehrfördernd, oligarchiefrei
Die Grobheit wird die Auswahl treffen
Nach Regeln der Kunst –
Abgeschottet glänzt ihr Name
auf Windfahnen ihrer Beschlüsse

 

Vielgebend beraten wir
gegenwartsberegelt

Gefrierschlagend multireligiös
fällt der Schleier
umringt in Tätigkeit

Gefolgsamkeitsscheuend
warten wir auf eine Niederkunft,
die alles verändert

Die am meisten beschädigte Kupplung
maßregelt die Abstinenz
vorschlagend einer Skulptur gleich
In höherer Warte, eingemischt
verkehrtgeträumt, Hilfe suchend
Es ist die kleine Leiter,
die zum Hohen führt

Und alle diese Merkzettel,
die wie Blätter im Wind
an den Bäumen zerren

Hohl gefressen
wie ein mithängender Apfel
sind sie keine Frucht mehr
für die Zukunft

Es werden noch Dinge wahr
doch nicht die Zettel beschreiben sie
Es ist das Nichts, das sie werden lässt
Alles hat einen Agenten,
der ist begnadet
von Augenblick zu Augenblick

 

 

Undurchsichtig ist die Marianengrabentiefe
Mit dem Brevier einer Vorzeigewelt
dringt man hier nicht vor

Warum auch?
Die Tiefe ist überall,
meistens sicher,
weil sie gefüllt ist

Wo Gräben sind, sind Brücken
Das Erbe der Geschichte
als geschwungene Meisterschaft
über der Tiefe

 

ZWEITER TEIL

 

Verselbständigt bilden
die Blasen einen Teppich
Zur raugesteuerten Selbstchance bereichert
erscheint die Gabe des Guten.
Obwohl die Illusionen
immer ein mindestens Vorletztes
im immer Weiteren sind

Beständig fangen die Volksreden
anonyme Persiflagen auf,
die auf den Verstand wirken

Warum die Müllszenerie
in den Sand setzen
wo doch die gurgelnden Abläufe
viel schneller wirken?

Haben wir die Möglichkeit
zuletzt verpasst?
Sind wir chancenlos?
Bedeutet die Kraft keine Umkehr mehr?

Aus der Geschichte erwachsene Umkehrsynapsen
begleiten eine vielsagende Durststrecke,
eine Dienstverrohung,
ein Verschmelzen der Begleitumstände

Bleibensbefeuert stilisiert sich
ein Rahmen des Verzichts
gerade dort wo die Gefahr
am größten ist
Hochgedrängt als Phase
der Unruhe, verantwortet
die Glaubensmasse
eine Messe des Vertrauens

Wo ist die Ausrichtung,
die den Garten
zur schwingenden Reife bringt?
Besamt über die Notwendigkeit hinaus
fehlen die Blüten, die bereit
zur Befruchtung wären
Lust ist bleibeschwert
wo sie nicht engelgleich
in Paradiesen schwebt
Aufgeklappt zu Tischen
ist das Picknick bereitet
„Zum fliehenden Karpfen“
nennt sich das Lied
Die Seelen scheinen
ganz ausgeglichen zu sein

In dieser Reihe taucht plötzlich
die Resonanz zu einer Wahrheit auf
Als Reaktion darauf
berät sich die Ägide des Denkens
in Hinterzimmern
aber prüft die Kontakte nach außen

Eine seltene Klage
wird zum Problem erklärt
Betriebsblind erkennt die erste
Erwartung dabei
den Nimbus als charakterloses Charisma
Es ist das was passiert
in numerologischer Untiefe

Wo steht die Ordnung,
wenn sie sich stählt,
der Unordnung zu widerstehen?
Krankt die Seele vom Ganzen
am janusköpfig Einfachen?
Wie Staub nimmt es die klare Sicht,
weil das Eine
sowohl auch das Andere ist

Im Herzen der Dinge
spalten sich die Wege
und wir sind alles jederzeit
Eine angstmachende Relativität,
die uns in Wunden widerfährt

Meistbietend erschleudern wir uns
gerne in die erste Reihe
Milchsaure Hol- und Bringedienste
erschaffen hier
ein maßberegeltes Chaos des Zulassens
Was gewachsen ist, erhält
den Keimgrund zum Spaßigen

 

 

Wir nähern uns dem Zentrum
da wo das Ungeheuer fressen muss,
um weiter zu leben
Wir entarten
und mit uns unser Weg
hinaus aus dem Labyrinth

Wertstofffördernd begibt sich
die Elite
vom Schrecken getrieben
an den Rand des Beobachtbaren
Wo das Hinsehen heilt,
weil es fesselt, ohne einzusaugen

 

Auf einem Gemälde
In einem Sonnenlichtschauer am Abend
gefolgschaftstreu die Neuen,
die Muster mit ihrer Angst malen
Monogames Theater gefestigter Scheupferde
vorerst verlobt mit dem Dienst

 

 

Komm Greifendes im Absturz
befürworte Dein Reich
Bebildere die Heimat,
die uns bleibt

Unser Schicksal entblößt sich
als ein uns Zerreissendes,
in dem wir alle eins sind

Komm bequellförderndes Aufmaß
und bringe die Sackgassen
in unseren Seelen zu Dir

Du hast die Reinheit bemerkt
in jedem von uns
und die Hoffnungslosigkeit
im wahren Ernst zu sich

Gott, wie sehr wir Dich im Munde führen
als Wort, das unseren Mund aufbläht
und unsere Zähne fletschen lässt

 

Wir machen unsere Hoffnungslosigkeit
zu Mauern

Wir freuen uns auf Worte,
wenn sie in die Herzen fallen
Nur ist das Wort auch die Flamme
und wir fliehen das Feuer
auf unserer Haut

Lästern und lachen –
Als Sklavenhalter sind wir selber Sklaven
und Gefangene des Spiels,
das uns ständig überholt

Dieses ironische „Als ob“
als Betriebsgeheimnis
Geschmeissglocke fallender Rüpel
gewaltsames Hörkapitel

Ausgelacht tremolierend
die Herzstoßlegende
einer fliehenden Stausoufleuse
minderveralbernd die Sternsinger,
weil sie holend den Bringedienst tun

Hineingeworfen in diese Mühle
zermahlen sich die Mühen
Als Häcksel finden sie sich verteilt
dort wo alles wachsen muss,
ob es will oder nicht

 

 

Das Machbare ist durch viele Filter gerutscht
Dabei ist das Kluge so betörend abwesend,
dass es als Leerstelle Standard wird

Die Lücke ist die Prophezeiung

Polternd trifft die Betriebsamkeit
auch auf ein Resozialisierungsprogramm
für Fernmeldeboten im Priesteramt
Die Wahrheit vernuschelt sich hier irgendwo
im Traditionsverband
Der steckt knietief in der Gewissheit
seiner selbst

Überhaupt herrschen Glaubensverbände
dort wo gemessen wird
Nicht der Inhalt, aber die Performance
„Entweder gehörst Du dazu oder nicht“

Wir helfen uns gegenseitig in unserer Not
mit Brosamen vom Teller
der glückseligen inneren Auftischung
Ein bärenstarkes Programm
Mit einer Mehrheit
ermangelt es des Rückwärtigen nie

 

Galant bis elegant
bekommen die Positionen
ein mehrebiges bis Gespaltenes
in der Ruhe
die trotz alledem vorherrscht

Bespreizförderndes
bemächtigend wohlgefälliges
Umgesellen
hält Wache an der Schwelle
zur Machtprobe

Denn es gibt nichts,
das der Explosion gleichkäme,
die sich so viele ersehnen
Ein Sprengen von gemauerten Gängen,
die nicht weiterführen

 

Wir gleiten gemeinsam
hinein in ein Neues
Wir lieben dieses Leben wo wir können
Ausgebuchtes solange wir jung sind
gescheitert, wenn die Sehnsucht
zum Loslassen herrscht

Dann steht die andere Liebe vor der Tür

Doch Bespinnförderndes hintangestellt
brilliant umgefärbt
aus Demut mit Vorsicht hingegeben
kann das Spektakel der Heimdramen
seine einzigartige Besenreinheit erhalten

Beleidigend trittsicher
zerquält sich der Weg
zu einem Opfer
Mühsam vorausgesetzt,
es gibt ein lohnendes Ziel

Verlierensknecht und Verbleibensschuld
malen sich Hoffnung aus
für das untere Drittel

Eingepfercht und suchend
die Didaktik der Grundschule
mit allen Aufgaben, für alle Stunden

Viel Freude herrscht
in Ausnahmezonen
Es gibt viel zu feiern
Unsere ganze Existenz

Wir bekommen,
wofür wir dankbar sind:
Immer wieder draußen zu sein

 

Ende

 

Labyrinthos – Ein Langgedicht von Lutz Hausmann
Stand: 22.07.2018
geschrieben vom Juni bis November 2016, überarbeitet 2018
Sämtliche Rechte liegen beim Autor, Lutz Hausmann©2018