Gewordenes und Gemachtes – Im Vergleich

Gewordenes und Gemachtes als zwei Formenkreise, die sich auf der Erde gegenüber stehen

Der Vergleich des Gewordenen mit dem Gemachten

Gewordenes und Gemachtes stehen auf diesem Planeten in einem Reibungskonflikt zueinander. Dieser geht direkt durch unser Bewusstsein.

Auf unserem Kontinent des Gemachten schätzen wir die Qualität des Gewordenen gering ein oder haben sie überhaupt nicht im Blick. Wir beachten dagegen vordergründig das funktionale Wirkungsgebäude, in dem wir leben, und an welchem wir unsere Existenz ausmessen. Aus diesem Wirkungsgebäude leiten wir prioritär unsere persönlichen und gesellschaftlichen Strategien der Existenzsicherung und Daseinsvorsorge ab. Darin gibt es für uns aber kein Innen mehr. Unser Bewusstsein befindet sich außerhalb des von uns Gemachten. Wir beobachten von außen das Geschehen, das wir selbst in Gang gesetzt haben und ständig alternativlos erhalten. Die Planbewusstseine und Wechselwirkungen dieses Geschehens sind von unserem persönlichen menschlichen Standpunkt weitgehend abgekoppelt.

Im Gewordenen führen Bewusstsein und Wechselwirkung im Fokus einer Qualität zu eben dieser Qualität. Diese Qualität ist gleichzeitig die der einzelnen Formen und die der Gesamtheit.

Die Funktion von Bewusstsein und Wechselwirkung im Gemachten dagegen, ist einen Plan umzusetzen. Dies ist ein komplexer, vielschichtiger Prozess, der nicht in der gemachten Form selbst stattfindet, sondern von außen an sie herangeführt wird und nicht in einer Gesamtheit mündet, in der jedes Teil der Repräsentant dieser Gesamtheit ist.

Die Identität einer gemachten Form ist die seiner intentionalen Herkunft. Die Instrumentalisierung des Gewordenen im Gemachten widerspricht dabei der Qualität des Gewordenen, weil die gemachte Form nicht die Qualität des Gewordenen hervorbringt.

Plan und Wechselwirkung zu einem Auto führen nicht zur selbsttätigen Hervorbringung von weiteren Autos. Trotzdem, die Produktion von Autos hat offensichtlich zu einem sich selbst erhaltenden Prozess geführt. Dieser Prozess ist aber nicht im Auto selbst situiert. Das ist das Entscheidende.

Das Bewusstsein eines Autos ist der Plan zu seiner Produktion. Die Wechselwirkung des Autos ist seine Fahreigenschaft. Im Qualitätsfokus des Autos sind jedoch noch andere Bewusstseine und Wechselwirkungen enthalten. Insgesamt finden wir im Qualitätsfokus des Autos die Gesamtheit, die wir Auto nennen.

Dies alles ist die Gesamtheit von sehr vielen Plan-Bewusstseinen, auf sehr vielen Intentionsebenen. Es gibt den Plan des Autos selbst, die Pläne zur Herstellung seiner Einzelteile, den Plan zur Produktionsstraße usw.

Auch die Seite der Wechselwirkung des fertigen, kompletten Autos ist sehr komplex. Seine Nutzungsqualität geht weit über seine Fahreigenschaften hinaus. Und natürlich gibt es zusätzlich die vielen ungewollten Nebenwirkungen des Autos.

Letztendlich ist auch die Planinstanz sehr vielfältig und komplex. Autos werden natürlich von Teams entwickelt und natürlich mit Hilfe von Software. Vieles im Planerstellungsprozess ist automatisiert, d.h. Teile der Planinstanz sind nicht menschlich.

Am Ende haben wir bei den meisten Formen des Gemachten eine Vielzahl von Fokussen verschiedener Qualität, in deren Überschneidung die reale Form erscheint.

Dies ist bei Formen des Gewordenen anders. Hier haben wir eine Qualität, die an einem bestimmten Ort, zu einer bestimmten Zeit die Gesamtheit des Gewordenen fokussiert. So erscheint dies zumindest.

Im Gemachten wissen die Formen wie sie wechselwirken sollen aus dem Plan. Im Gewordenen wissen die Formen inhärent wie sie wechselwirken. Dieses Wissen im Gewordenen ist gleichzeitig ein Sein. In diesem Sein ist die Informationsgesamtheit der Genealogie des Gewordenen inhärent eine Wechselwirkungsintelligenz. Diese Inhärenz, wie auch immer benennbar, sei es Bewusstsein, sei es Qualität, bleibt im Gewordenen erhalten. Dies ist im Gemachten anders.